Die rätselhafte Welt unseres Karneval-Pin´s

 

Die Geschichte der Karnevalsorden begann mit dem organisierten Karneval in Köln. Ursprünglich symbolisierte der Karnevalsorden eine Geringschätzung

militärischen Benehmens. Er stellte damals eine Persiflage auf die staatlichen und militärischen Orden, Schärpen und Brustbänder der Preußen dar.

Heute ist der Orden ein fester Bestandteil des Karnevals geworden und Karnevalisten vergeben ihn als Belohnung für ein Engagement in der närrischen Zeit. So hat der Orden, der anfangs als Verspottung gedacht war, seine ursprüngliche Bedeutung ins Gegenteil verkehrt.

 

Die Karnevalsorden gibt es in der Zwischenzeit in einer Vielzahl von Ausprägungen. Die bekannteste Variante ist dabei sicherlich der Orden am Band, der während der närrischen Zeit um den Hals getragen wird. Aber was passiert eigentlich mit einem solchen Orden, einer Auszeichnung, an den „Nichtkarnevalstagen“, die nun mal im Laufe eines Jahres in der überwiegenden Mehrzahl sind. Sein wir doch mal ehrlich, bei den meisten Geehrten landen die Orden bestenfalls in einer Schublade oder verschwinden in den Tiefen des Kellers. Macht es aus diesem Grund nicht viel mehr Sinn einen Orden zu vergeben, der auch zu bestimmten Anlässen außerhalb der Karnevalstage getragen werden kann? Macht es nicht

mehr Sinn einen Orden zu vergeben, der einen festen Platz an einem Kleidungsstück hat? Macht es nicht mehr Sinn einen Pin zu vergeben, den z.B. die Tanzgarden an ihren Trainingsanzügen oder der Elferrat an den Uniformjacken befestigen kann? Quasi der Pin mit Sinn! Auf diese Weise kann der Pin auf Reisen mitgenommen werden wie damals die Abzeichen

auf Wanderstöcken oder die Länderaufkleber auf Koffern. Genau auf diese Weise hat auch unser Pin aus Meschede-Nord schon einiges erlebt!

Ich bin ein Pin auf der Suche nach meinem Sinn!

Endlich ist es so weit. Nachdem ich in dunklen Verpackungen durch das halbe Land geschickt wurde, werde ich jetzt endlich freigelassen und an eine

blaue Uniformjacke gesteckt. Viele meiner Artgenossen warten noch auf diesen Moment. Ich bin der Erste, und ich bin darüber froh. Aber was ist das? Wenn ich mich an der Jacke so umsehe, komme ich mir ziemlich verloren vor. Überall hängen schöne, prächtige Orden. Besonders schön sind die Orden, die die Frau, die mich an ihrer Jacke trägt, an einem Band um den Hals hängen hat. So würde ich auch gerne aussehen, aber ich kann mich ja nicht operieren lassen. Ich bin voll neidisch auf das Band, aber es würde mir gar nicht stehen. Ich bin dafür viel zu klein und ich bin ja auch nur ein Pin. Mein Dasein ist Sinnlos. Warum haben die mich genommen, wo sie doch auch so

schöne Orden mit Bändern haben können. Ich verstehe das nicht. Und das liegt nicht nur daran, weil ich kein Gehirn habe. Jetzt kann sehen, wie weitere meiner Artgenossen den anderen Leuten an die blaue Jacke geheftet werden. Die Leute haben ebenfalls so schöne Orden an Bändern um den Hals hängen. Warum bekommen die auch nur einen kleinen Pin wie mich? Das ist doch sinnlos... Aber jetzt, wo ich mir die Leute genauer ansehen kann, fällt es mir auf. Die Orden sind gefährlich. Ich konnte sehen, wie zwei der Frauen die auch so einen Orden haben, die anderen nannten sie Anna und Shari, auf dem Weg zur Bühne darüber gestolpert sind. Das ist es: Viele der

Frauen sind einfach zu klein für einen Orden am Band. Jetzt sind die Orden wohl neidisch auf mich, denn mir tritt keiner ins Gesicht, weil ich nicht bis auf den Fußboden hänge. Da hatten die Leute vom Elferrat wohl doch einen guten Grund, warum sie dieses Mal mich, und keinen Orden, genommen

haben. Nun macht das alles auch Sinn.

 

Und solange die Frauen nicht weiter wachsen, wird der Elferrat wohl auch in Zukunft weiter solche Pins, wie mich, verleihen. Alles andere wäre zu gefährlich. Aber so kann ich mich schon auf eine schöne und sichere Karnevalssitzung freuen, bei mir selbst die kleinsten, die mich verliehen bekommen, nicht ins Gesicht treten.